Das Buch "Über den Umgang mit Menschen" von Adolph Freiherr von Knigge ist heute noch ein vielzitierter Klassiker, wenn es um Anstand und höfliche Umgangsformen geht. Wer geht zuerst die Treppe hoch? Wer reicht wem zuerst die Hand? Von Business bis Party immer einen guten Eindruck hinterlassen - so einfach kann das sein! Stöbern Sie durch unsere interessanten und manchmal auch überraschenden Knigge-Tipps - hätten Sie´s gewusst ..?
Knigge-Tipp Nr. 1

"Leben Sie In-takt?"

An der Kasse im Supermarkt hat sich eine Schlange gebildet. Ein junger Mann, Anfang Dreißig, drängt sich nach vorne. Im abendlichen Pendlerverkehr am Hauptbahnhof wartet eine junge Mutter vergeblich auf Hilfe. Schließlich trägt sie den Kinderwagen mit dem Baby alleine die Treppe hinauf.
Auf der zweispurigen Schnellstraße staut sich der Verkehr. Aufgrund von Bauarbeiten müssen alle Autos auf die rechte Spur einfädeln. Etliche Autos nutzen die Überholspur, um sich - an der Schlange vorbei - möglichst weit nach vorne zu mogeln.
Drei alltägliche Beispiele, drei Gelegenheiten, um gute Umgangsformen und Höflichkeit zu beweisen. Keiner wartet gerne im Stau oder an der Kasse, und dennoch ist Geduld gefragt. Und sollten Sie in einer Notsituation doch mal schneller durch die Kasse müssen: Fragen Sie Ihren Vordermann oder Ihre Vorderfrau freundlich um Erlaubnis. Auch die Mutter mit ihrem Kinderwagen freut sich über eine praktische Handreichung. 30 Sekunden, die ermutigen - vor allem dann, wenn eigentlich niemand "Zeit hat" und jeder schnell nach Hause will.

Gute Umgangsformen entwickeln sich nicht von allein. Sie erfordern Fingerspitzengefühl und eine gezielte Beobachtung: Wo befinde ich mich? Wer ist mein Gegenüber? Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie als Privatmann oder als Geschäftsfrau auftreten. Ob zu Hause oder im Büro - beide Umgebungen fordern Ihr Einfühlungsvermögen. Wer sich daheim "gehen lässt" und nur auf den eigenen Vorteil achtet, wird auch im Büro Mühe haben, bei den Kollegen und Kunden anzukommen. Wer nur als Mittel zum Zweck freundlich ist, wird von seiner Umwelt schnell durchschaut und entsprechend disqualifiziert.

Versuchen Sie einmal, nicht nur Ihren Vorteil zu sehen und Ihre Wünsche durchzusetzen. Unsere Gesellschaft kann auf Dauer nur im gegenseitigen Nehmen und Geben funktionieren. Zeigen Sie Ihrem Gegenüber Ihr Verständnis und signalisieren Sie ihm Hilfsbereitschaft, wenn es die Situation erfordert. Und bitte versuchen Sie auch mit unbequemen Zeitgenossen höflich umzugehen.

Mehr zum Thema Umgangsformen und praktischen Knigge-Seminaren finden Sie unter www.knigge-training.de.

© Rainer Wälde, TYP Akademie Limburg

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