heine-Wanderung zwischen Nagold- und Teinachtal

18. Juni 2018

Das Wetter wird schön, im Nagoldtal gibt es wunderbare Wanderziele. Wir ziehen los. Unsere 20. Wandertour bei heine kann beginnen.

Der Bahnhof Bad Teinach macht einen ziemlich verlassenen Eindruck, als unsere Wandergruppe bestens gelaunt aus dem Zug steigt und sich zu orientieren versucht.

„Rom 1083 Kilometer“ signalisiert der erste Wegweiser, auf den wir aufmerksam werden. Ganz so weit wollen wir heute nicht. Deshalb wählen wir den Aufstieg zur Burgruine Waldeck, die auf einem Felssporn über dem Nagoldtal thront.

Das verfallene, romantische Gemäuer bietet reichlich Motive für Schnappschüsse. Eine Feuerstelle mit Bänken lädt zur ersten Rast ein, die Getränkeflaschen werden aus-, überflüssige Kleidungsstücke eingepackt. Wir haben ja noch einiges vor.

Auf wunderbar weichem Waldboden setzen wir unsere Tour fort. Der Weg ist schmal, wir laufen hintereinander, wechseln auf einen breiten Forstweg und dann auf einen steilen Pfad, der eher einem ausgetrockneten Bachbett gleicht. Ziemlich außer Atem und schwitzend erreichen wir das Hochplateau, das mit weiten Wiesenflächen und strahlendem Sonnenschein aufwartet.

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“,

soll der wanderfreudige Geheimrat Goethe gesagt haben. Da ist was dran. Die Wege, die uns in das alte Bergwerksstädtchen Neubulach führen, bleiben dem motorisierten Besucher verborgen. Auch die besonderen Blickwinkel, der Duft der frisch gemähten Wiesen, das Summen der Wildbienen und der Geschmack der wild wachsenden Kirschen, die wir natürlich gerne probieren.

Im historischen Ortskern steuern wir auf den kleinen Biergarten des Brauhauses „Rössle“ zu. Hier wird nach alter Handwerkstradition ein naturtrübes Bier gebraut und ausgeschenkt. Und ganz im Geiste der Craft-Beer-Bewegung mit natürlichen Aromen wie Wacholdertrieben oder Douglasien-Spitzen experimentiert. Unwiderstehlich!

Der Aufbruch fällt schwer, die Blicke fallen wehmütig zurück, als wir durchs Stadttor ziehen und langsam wieder Wandergeschwindigkeit aufnehmen. Bald treffen wir auf die schwarz-rote Raute des Schwarzwald-Ostweges, der nicht so bekannt ist, wie sein westliches Pendant, aber uns sicher über Felder, Wälder und Wiesen bis in den Kurgarten von Bad Teinach führt. Tatsächlich – hier spazieren wir unter Kurgästen durch die Gartenanlagen, vorbei an Café und Badeanlage. Die Zivilisation hat uns wieder – aber nur kurz. Schon bald nimmt der Wald unsere staunende Gruppe wieder auf. Noch vier Kilometer bis zum Zielbahnhof im Nagoldtal. Schaffen wir das bis zum Abfahrtstermin? Aber immer! Und wenn nicht?

„Der Sinn des Reisens ist es, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns ist es, unterwegs zu sein.“ Na dann, frisch voran!

Müde, höchst zufrieden und voller Eindrücke sitzen wir in der sanft schaukelnden Bahn, die uns durch das schöne Nagoldtal fährt. Der glitzernde Fluss, die üppigen Wälder, die das Tal einschließen, die interessanten Städtchen, die an uns vorüber ziehen! Die Gespräche kreisen um die Erlebnisse des Tages und wir machen schon Pläne für die nächste Tour. Montag, bei heine, werden wir viel zu erzählen haben.

Autor:
Arno Neuber
Betriebsrat bei heine