Vertrauen & Kontrolle

Cotton made in Africa verhilft Kleinbauern und ihren Familien in Afrika zu einem besseren Leben und schont die Umwelt. Dieses Versprechen gegenüber den Handelsunternehmen und ihren Kunden muss eingelöst und kontrolliert werden. Nicht jede afrikanische Baumwolle ist auch Cotton made in Africa-Baumwolle. Um dieses Siegel zu erhalten, verpflichten sich sowohl die Kleinbauern als auch die Baumwollgesellschaften bei Anbau und Verarbeitung, die Kriterien von Cotton made in Africa zu beachten. Die Einhaltung der Richtlinien wird im Rahmen der so genannten Verifizierung von unabhängigen Organisationen regelmäßig überprüft. Im Rahmen der Verifizierung wird überprüft, ob die Kleinbauern und die Baumwollgesellschaften die Richtlinien von Cotton made in Africa einhalten. Diese Richtlinien sind in einem Kriterienkatalog gesammelt und bilden das Herzstück des Cotton made in Africa-Siegels.
Der Kriterienkatalog ist zweistufig aufgebaut: Er enthält zunächst Ausschlusskriterien, die darüber entscheiden, ob Kleinbauern und Baumwollgesellschaften überhaupt an der Cotton made in Africa Initiative teilnehmen können. Zu diesen Mindestanforderungen gehören etwa der Ausschluss von Sklaverei, Menschenhandel und ausbeuterische Formen von Kinderarbeit. Die traditionelle Mitarbeit von Kindern in den landwirtschaftlichen Betrieben ihrer Eltern ist hingegen im Rahmen der Konventionen der International Labour Organisation (ILO) und Cotton made in Africa gestattet, soweit die Kinder nicht ungeeignete, bzw. gefährliche Tätigkeiten übernehmen. Weiterhin gilt das Verbot der Nutzung gefährlicher Pestizide (Abkommen von Rotterdam und Stockholm).
Kleinbauern und Baumwollgesellschaften, die Baumwolle gemäß den Cotton made in Africa-Kriterien produzieren, müssen darüber hinaus eine Reihe so genannter Nachhaltigkeitsindikatoren beachten. Diese Kriterien müssen nicht alle von Anfang an zu 100 % erfüllt werden. Bauern und Baumwollgesellschaften müssen aber Pläne zu Verbesserungen erarbeiten und nachweisen, dass sie diese Richtlinien zunehmend besser erfüllen. Die Einhaltung der Indikatoren wird nach einem Ampelsystem als rot, gelb oder grün bewertet, wobei grün für eine nachhaltige Bewirtschaftung steht. Cotton made in Africa unterstützt Kleinbauern und Baumwollgesellschaften dabei, sich kontinuierlich zu verbessern. Die Initiative organisiert etwa Schulungen der Kleinbauern oder fördert Projekte zur Verbesserung der Schulbildung.

Bei der Überprüfung der Nachhaltigkeitsindikatoren wird unter anderem nachvollzogen, ob die Kleinbauern landwirtschaftliche Maßnahmen nutzen, um Böden und Grundwasser zu schützen sowie Pestizide moderat verwenden und sachgerecht aufbewahren. Zu diesen Maßnahmen zählt etwa die Bestellung der Felder in Fruchtfolge, um ein Auslaugen der Böden zu vermeiden und den Schädlingsbefall gering zu halten. Auch eine zügige Bezahlung der Bauern sowie die Förderung sozialer Programme seitens der Baumwollgesellschaften zählen zu diesen Kriterien. Auf Ebene der Entkörnungsanlagen, die ebenfalls verifiziert werden, geht es in erster Linie um die Rechte der Arbeiter. Hier gehören etwa ein ordentlicher Arbeitsvertrag, auch für die zahlreichen Saisonarbeiter, und die Einhaltung hinreichender Arbeitsschutzmaßnahmen, etwa das Tragen von Staubmasken, zu den Kriterien.

Rückverfolgung durch die Wertschöpfungskette

Textilien werden heute rund um die Welt von tausenden Betrieben hergestellt. Dabei herrscht eine intensive Arbeitsteilung und hohe Mobilität zwischen Spinnern, Webern, Färbern, Konfektionären, Ausrüstern etc. Bislang gibt es im Hauptsegment des Marktes keinerlei Bewusstsein für Transparenz bezüglich der Baumwollherkunft. So wird gemessen und kontrolliert, was von den Spinnereien an nachhaltig produzierter Cotton made in Africa-Baumwolle zu Garnen weiterverarbeitet wird und ob Input Baumwolle und Output Garne im Gleichgewicht sind. Es muss sichergestellt sein, dass ein Kaufimpuls aus Europa auch tatsächlich bei den Bauern im Projektgebiet ankommt.  Über eine internetgestützte Datenbank wird der Fluss der Baumwolle vom Entkörnungsbetrieb bis zur Spinnerei nachvollzogen. Bei den Spinnereien wird kontrolliert, ob Input (Einkauf der CmiA-Baumwolle) und Output (CmiA-Garne) im Gleichgewicht sind, d. h. nicht mehr Garne in CmiA-Qualität verkauft werden, als Baumwolle dafür eingekauft wurde. Eine weitere Nachverfolgung durch die gesamte textile Kette bis zum Fertigprodukt ist möglich, wenn entsprechende Kontrollinstrumente (z. B. internetbasierte Nachverfolgbarkeits-Systeme) eingesetzt werden.