In Hong Kong isst man Hunde und Katzen – stimmt das? Mein Auslandspraktikum in China

26. November 2018

Hallo, mein Name ist Nico und ich mache seit 2016 meine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bei heine. Vom 30.07 bis zum 10.09 dieses Jahres hatte ich die Möglichkeit, ein Praktikum bei der Otto-Konzernfirma „Hermes – Otto – International“ (HOI) in Hong Kong zu absolvieren. Dabei lernte ich die Funktionsweise aller Abteilungen im Unternehmen kennen und unterstützte eine spezialisierte IT Abteilung bei ihren täglichen Aufgaben. Das half mir, neue Frameworks, Programmiersprachen und Arbeitsweisen kennenzulernen, die über dem Ausbildungshorizont lagen.

Die ersten Tage in Hong Kong

Das Praktikum begann bereits freitags, da ich mir etwas Zeit eingeplant hatte, um die neue Umgebung und Lebensweise besser kennenzulernen. Die ersten Tage waren sehr beschwerlich, da meine Unterkunft im „einheimischen“ Teil von Hong Kong lag. Hier lebt hauptsächlich die chinesische Bevölkerung, die leider oft nur kantonesisch oder sehr gebrochen Englisch sprechen konnte. Dadurch wurden die täglichen Besorgungen jeden Tag aufs Neue zu einem Abenteuer.

Mein erster Arbeitstag bei HOI

Nachdem ich mich ein wenig eingelebt hatte, stand am Montag mein erster Arbeitstag bei HOI an. Hier wurde ich sehr nett von einer Mitarbeiterin begrüßt und bekam eine Einführung in die wichtigsten Umgangs- und Verhaltensformen im Büro. Ein Beispiel für diese Regelung, die wir in Europa so nicht haben, ist die „Nickerchen“-Zeit nach dem Mittagessen. Hier „powernappen“ alle Mitarbeiter, um Kraft für den Mittag zu sammeln.
Danach ging es in die Abteilung, die ich für sechs Wochen unterstützt habe. Hier wurde ich ebenfalls herzlich begrüßt und bei einem gemeinsamen Mittagessen lernten wir uns alle besser kennen. Außerdem standen während der gesamten ersten Woche Termine mit vielen Abteilungsleitern auf dem Programm, die mir die Funktionsweise und den Zweck ihrer Abteilung im Gesamtbild der Firma näher brachten.

Sehenswürdigkeiten in Hong Kong

Auch an den Wochenenden gab es in Hong Kong viel zu entdecken, da es hier viele Sehenswürdigkeiten auf kleinstem Raum gibt. Ein wichtiger Faktor an Hong Kong ist, dass etwa 70% des Landes von Grünfläche bedeckt ist, woraus sich das Lieblingshobby der Hongkonger ableiten lässt – das Wandern. Die restlichen Dinge sind auf sehr kleinem Raum im Zentrum der Stadt geballt und lassen sich per U-Bahn sehr gut erreichen. Besonders hervorzuheben sind meiner Meinung nach die Sehenswürdigkeiten “Victory Peak“, „Ngong Ping 360“ und das „Diamond Hill Nonnenkloster“. Außerdem laden neben den berühmten Sehenswürdigkeiten kleine Buchten mit paradiesischen Sandstränden zum Verweilen ein.

Mein Alltag in Hong Kong

In den weiteren fünf Wochen war es schon fast alltäglich, morgens zur Arbeit zu gehen, sich mittags mit den Arbeitskollegen ein Restaurant zu suchen, um gemeinsam Mittag zu essen und den Abend bei einem leckeren Abendessen ausklingen zu lassen. An den Wochenenden habe ich immer neue Facetten von Hong Kong entdeckt und schätzen gelernt, welche von neuen kulinarischen Eindrücken bis hin zu chinesischen Bräuchen reichten. Beispielsweise sind viele kleine Dinge, die wir versehentlich tun, ein Omen für schlechte Sitten. So zum Beispiel das „nicht nachfüllen“ der Tasse seines rechten Nachbarn beim Essen. Mein Lieblingsessen war das sogenannte „DimSum“, bei dem Teller mit chinesischen Spezialitäten in die Mitte des Tisches gestellt werden und alle Anwesenden davon essen. Hierbei kann man alles, von mit Fleisch gefüllten Teigtaschen bis hin zu Shrimps in Reismantel und gedünstetem Gemüse, bestellen.
An der Stelle möchte ich noch erwähnen, dass es nur ein Vorurteil ist, dass die Bürger in Hong Kong Hunde und Katzen essen. Sie essen jedoch viele, für uns Europäer, befremdliche Speisen, wie zum Beispiel Hühnerfüße. Außerdem gilt das nur für die Sonderverwaltungszone, das Hauptland China pflegt wieder komplett andere Sitten, die in Hong Kong nicht gebräuchlich sind.

Mein Fazit

Schlussendlich war das Praktikum für mich eine tolle Erfahrung im beruflichen wie auch privaten Sinne. Beruflich lernt man viel Neues, was es im heimischen Ausbildungsbetrieb schlichtweg nicht gibt. Privat lernt man viele neue Kulturen, Lebensweisen, Ansichten und Orte kennen, sodass man das Praktikum lange in Erinnerung behält.

Viele Grüße,
Nico

Autor:
Nico Holzhäuser
Ausbildung zum Fachinformatiker