Ökologische Aspekte

Die Produktion von Baumwolle in Monokulturen ermüdet die Böden, die in Folge immer schlechtere Erträge liefern. Größere Flächen ehemals fruchtbaren Ackerlandes können auf diese Weise, nicht zuletzt auch wegen unsachgemäßen Chemikalieneinsatzes, wertlos für eine landwirtschaftliche Nutzung werden. Baumwolle in Afrika wird überwiegend ohne künstliche Bewässerung und ausschließlich im Regenfeldbau angebaut – eine  effiziente Nutzung des Regenwassers ist daher sehr wichtig.

Die Initiative Cotton made in Africa vermittelt durch Schulungen Methoden der effizienten und umweltbewussten Baumwollproduktion: Maßnahmen wie Mulchen, um den Boden bedeckt zu halten und so einer hohen Verdunstung vorzubeugen, oder der Einsatz organischer Düngemittel  sind zum Beispiel wichtige Lehrinhalte. Ebenso bedeutsam ist der bedarfsgerechte Einsatz von Pestiziden, möglichst nach dem Prinzip des integrierten Landbaus – also nicht vorbeugend, sondern erst, wenn bestimmte Schadschwellen überschritten werden. Keine andere Nutzpflanze wird so intensiv mit Agrargiften und Düngemitteln behandelt wie das sogenannte weiße Gold, denn kaum eine andere Pflanze ist für Schädlinge und Krankheitserreger so attraktiv wie die Baumwolle. Ihre Abhängigkeit von Pestiziden zahlen die Kleinbauern allzu oft mit ihrer Gesundheit und der ihrer Umwelt. Zudem führt sie nicht selten in die Schuldenfalle: Um die für sie teuren Pestizide kaufen zu können, nehmen die Farmer einen Kredit auf. Die Schulden müssen mit den Ernteerlösen getilgt werden. Doch bei schlechten Ernten oder niedrigen Weltmarktpreisen ist dies oft nicht möglich, und die Schulden häufen sich. Durch die Schulungen von Cotton made in Africa lernen die Bauern den Pestizideinsatz so gering wie möglich zu halten, um Umwelt und Budget zu schonen.