Osterhase und Osterei

Osterbräuche

Osterbräuche in Deutschland

Kaum sind die Weihnachtsmänner aus den Regalen der Supermärkte verschwunden, werden sie durch Osterhasen ersetzt. Ostern ist bei uns sehr kommerziell geworden. Zeit, sich zu fragen, wo eigentlich die Wurzeln des Osterfestes und der Osterbräuche liegen.

Historie des Osterfestes

Ostern wird im Christentum zum Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. In den ersten Jahrhunderten des Christentums wurde Ostern nur in der Osternacht begangen. Seit dem 4. Jahrhundert wurde Ostern als höchstes Kirchenfest ausgeweitet und wird heute von Gründonnerstag (Feier des Letzten Abendmahls) über den Karfreitag (Tod Jesu Christi), Karsamstag (Tag der Grabesruhe des Herrn) bis zum Ostersonntag (Auferstehung Christi) gefeiert. Der Ostermontag als gesetzlicher Feiertag ist ein Überbleibsel von ehemals 3 arbeitsfreien Tagen, die im Mittelalter die ersten 3 Tage der Osteroktav (liturgisch „Oktav“ = Zeit bis zum achten Tag nach einem kirchlichen Hochfest) kennzeichneten. Mit dem Ostersonntag beginnt die Osterzeit, die fünfzig Tage dauert: Vierzig Tage nach Ostern, an Christi Himmelfahrt, wird Jesus inmitten seiner Jünger von einer Wolke umgeben und steigt damit zum Himmel auf. Am fünfzigsten Tag (Pfingsten) feiert man die Entsendung des Heiligen Geistes. Ostern gehört zu den beweglichen Feiertagen. Das bedeutet, dass das Kalenderdatum des Osterfestes jedes Jahr variiert. Das jeweilige Datum hängt tatsächlich vom Mond ab, denn der Ostersonntag ist immer der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Nach neutestamentlicher Überlieferung ereignete sich die Auferstehung Christi in den Tagen des Pessachfests. und dieses richtet sich nach dem Frühlingsmond. Im Jahre 325 n.Chr. wurde deshalb auf dem Konzil von Nicäa der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling als Datum für Ostern festgelegt.

Woher stammt der Begriff Ostern?

Die Herkunft des Begriffs Ostern ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine These lautet, dass Ostern vom heidnischen Ostara-Fest abgeleitet wurde. Ostara ist der Name der altgermanischen Göttin der Fruchtbarkeit. Einer anderen These nach hat Ostern seine begrifflichen Wurzeln im Namen der angelsächsischen Frühlingsgöttin Eostre. Und eine weitere vermutet den Ursprung in Zusammenhang mit der Himmelsrichtung Osten, der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs.

Welche Bedeutung hat das Osterlamm?

Das christliche Osterlamm geht auf ein Ritual der Juden zu Pessach zurück. Zum Fest schlachten und verspeisen diese ein Lamm. Die katholische Kirche bringt Christus als das Lamm Gottes direkt mit dem Opferlamm in Verbindung. Osterhase und Osterei

Woher kommen Hase und Ei?

Auch hier gibt es viele verschiedene Thesen, besonders, was den Osterhasen betrifft. Die wahrscheinlichsten besagen, dass entweder der Hase ursprünglich ein schlecht gezeichnetes Lamm gewesen sein soll oder der Osterhasen eine Ableitung aus einer heute kirchlichen Darstellung der Dreieinigkeit sei. Bei dieser Darstellung werden drei Hasen mit insgesamt nur 3 Ohren abgebildet, bei denen aufgrund einer Doppelverwendung dennoch jeder Hase 2 Ohren hat. Das Ei hat in der Kulturgeschichte hingegen schon lange eine Bedeutung. So wurden Eier z.B. als Grabbeigaben in römisch-germanischen Gräbern aus dem 4. Jahrhundert gefunden. Das Ei ist von jeher ein Zeichen der Reinheit, Fruchtbarkeit und Erneuerung. Es gilt seit Urzeiten als Zeichen des Lebens und der Auferstehung, denn es ist wie ein verschlossenes Grab, in welchem ein Leben eingeschlossen ist. Durch diese Versinnbildlichung wird die Beziehung zur Auferstehung Christi deutlich und damit die Verbindung zwischen Ei und Ostern erklärbar.

Wer war zuerst – Osterhase oder Osterei?

Diese Frage lässt sich eindeutig beantworten: Das Ei war vorher da! Bis zum 16. Jahrhundert war der Osterhase als Überbringer der Ostereier in einigen Teilen Deutschlands noch gar nicht bekannt. Dort übernahmen bis dahin Kuckuck, Fuchs, Storch, Hahn oder andere Tiere diese Aufgabe. Der Osterhase wird zum ersten Mal im Jahr 1682 in einer medizinischen Abhandlung des Heidelberger Professors Georg Franck von Frankenau erwähnt. Dieser schildert den Brauch und die negativen gesundheitlichen Folgen, die der übermäßige Verzehr von Ostereiern mit sich brächte.

Osterbräuche

Ratschen

Von Karfreitag bis Ostersonntag werden vor allem in katholischen Gegenden keine Kirchenglocken mehr geläutet. Da die Glocken aber auch nicht zur Messe läuten dürfen, hat man sich etwas anderes einfallen lassen: Hier laufen am Karfreitag Jugendliche mit lauten Holzratschen durch die Straßen und rufen die Menschen damit zur Messe.

Ostereier färben

Das Färben der Ostereier ist einer der weit verbreitetsten Osterbräuche. Die gefärbten Eier werden am Ostersonntag in Haus und Garten versteckt, wo sie hauptsächlich von Kindern, aber auch von Erwachsenen gesucht werden. Die Tradition des Eierfärbens entstand im Mittelalter. Damals wurde das Fasten ernster genommen als heute und es durften auch keine Eier gegessen werden. Die Hühner nahmen darauf allerdings wenig Rücksicht und legten fleißig weiter. Bis zum Ende der Fastenzeit sammelten sich so größere Mengen an Eiern an. Ostereier färben Eier waren ein wertvolles Nahrungsmittel. Sie wurden über die Fastenzeit nicht weggeworfen, sondern gekocht und damit haltbarer gemacht. Und da speziell die Eier, die in der Woche vor Ostern gesammelt wurden, als etwas ganz besonderes galten, wurden sie geweiht und angemalt. Die Farbe half gleichzeitig, die gekochten von den frischen Eiern zu unterscheiden.

Ostereier zum Frühstück

In vielen Haushalten gibt es gekochte Ostereier zum Frühstück. Auch das hat einen traditionellen Hintergrund: Da im Mittelalter während der Fastenzeit keine Eier gegessen werden durften (siehe „Ostereier färben“), wurden am ersten Tag nach der Fastenzeit, dem Ostersonntag, ganz viele angemalte, gekochte Eier gegessen.

Weitere Osterbräuche

Osterwasser

Österlicher Dorfbrunnen Österlich geschmückter Dorfbrunnen In verschiedenen Regionen Deutschlands wird zu Ostern auch der Dorfbrunnen geschmückt. Dem Brunnen-Schmücken liegt ein heidnischer Brauch zugrunde. Das Wasser wurde bei den Germanen als Ursymbol des Lebens und der Fruchtbarkeit verehrt. Es soll ein ganzes Jahr lang Augenleiden, Ausschlag und viele andere Krankheiten lindern. Es sorgt für ewige Jugend und Schönheit und soll viele weitere positive Wirkungen haben. Nach dem Volksbrauch muss das Osterwasser in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang aus einem Bach geschöpft und schweigend nach Hause getragen werden, damit es seine Heilkraft behält.

Osterfeuer

Auch die Wurzeln des Osterfeuers reichen weit in die Vergangenheit. Im Altertum war das Feuer heilig. Im alten Rom hatten sechs Vestalinnen (altrömische Priesterinnen) die Aufgabe dafür zu sorgen, dass das heilige Feuer niemals ausging. In heidnischer Zeit wurde die Sonne nach einem langen Winter mit Frühlingsfeuern begrüßt, um Fruchtbarkeit, Wachstum und Ernte zu sichern. Im 8. Jahrhundert wurde dieser Kult in Frankreich auf die Auferstehung Jesu (das Licht der Welt) umgedeutet und auf den christlichen Glauben übertragen. Osterfeuer Osterfeuer in der Osternacht Das Entzünden des Osterfeuers war (und ist) ein wichtiges Ereignis in der katholischen Kirche. Das Feuer wird am Ostersamstag von einem Priester entfacht und geweiht. Dann wird die Osterkerze am Osterfeuer entzündet und in einer feierlichen Prozession in die noch dunkle Kirche getragen, wo dann die anderen Kerzen mit der Flamme der Osterkerze entzündet werden.

Osterkerze

Im christlichen Glauben ist die Osterkerze im 4. Jahrhundert entstanden, denn in Piacenza wurde eine Osterkerze gefunden, die aus dem Jahre 384 n. Chr. stammen soll. Die Osterkerze symbolisiert Jesus Christus, der den Tod besiegt hat und auferstanden ist. Deshalb werden z.B. auch die Taufkerzen an der Osterkerze entzündet.

Frohe Ostern

So, nun wisst ihr über Ostern und seine Historie Bescheid. In diesem Sinne wünschen wir euch frohe Feiertage. Möge euch der Osterhase gewogen sein. Titelbild: Ostern-Tischbild © Konstantin Yuganov/ Dollar Photo Club /#102526259  Frank ist für gerade Linien, klare Strukturen und mag es eher minimalistisch. Lieblingsfarbe: Alle Schattierungen von grau.

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